In den Tüten verbergen sich Schafwollfasern von fünf verschiedenen Betrieben zum Spinnen
Beim Einrichten meines Gatterkamm-Webrahmens (rigid heddle loom)

#Fromfarmtoscarf, was soviel bedeutet wie “Vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum fertigen Schal”, ist mein Anfang 2022 gestartetes Projekt. Ich will mich damit dem Thema “regionale und regenerative Landwirtschaft” von einer anderen Seite nähern – quasi vom Webrahmen aus. Denn während vielen von uns regionale Lebensmittel ein Begriff sind – regionale Textilfasern sind es nicht (mehr).

Dabei können Leinen, Hanf, Nessel und Wolle verschiedener Tiere auch hier landwirtschaftlich erzeugt und verarbeitet werden – zumindest theoretisch. Leider ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur viel Wissen verloren gegangen, sondern auch die notwendige Infrastruktur – und die kuschelweiche Merinowolle aus Übersee hat das Rennen gemacht vor der als “kratzig” geltenden Wolle heimischer Schafrassen.

Auf meinem Gatterkammwebrahmen, einem recht einfachen Webgerät, das bequem auf jeden Schreibtisch passt, webe ich deshalb Schals. Aus Coburger Fuchs und Alpinem Steinschaf etwa – und natürlich auch aus deutscher Merinowolle. Die Schals sind quasi mein Vehikel, um sehr vielen Fragen rund um regionale Faserproduktion nachzugehen, und die Teilstücke von Lösungen dann auf meinem Blog und/oder im Rahmen der Fibershed Dach-Initiative zugänglich zu machen.

Insgesamt möchte ich mit #fromfarmtoscarf viele verschiedene Themen zusammenbringen, die mich interessieren – altes Handwerk und seine moderne Interpretation, regionale tierische und pflanzliche Textilfasern und transparente Wertschöpfungsketten, aber auch Design, Färben mit Pflanzen und die Herstellung direkter Beziehungen zwischen Erzeuger:innen und Verbraucher:innen.

Mein Ziel ist, kein Ziel für dieses Projekt zu haben!

Sondern von Schal zu Schal zu gucken, wohin mich dieses Vorhaben führt und vor allem: zu lernen! Wenn du das Projekt verfolgen möchtest, abonniere gerne meinen Instagram-Account coffeewoodandwool.